Aktuelle Dissertationsprojekte

Univ.-Ass. Mag. Elisabeth Wieland, MA
Portfolioarbeit im Musikunterricht (Arbeitstitel)

Die Portfolioarbeit ist im österreichischen Schulwesen bereits etabliert. Insbesondere im Fremdsprachenunterricht und auch anderen Fächergruppen gibt es zahlreiche Initiativen, die unsere Lernkultur im Sinne von Individualisierung und selbstbestimmtem Lernen bereichern. Für den Musikunterricht gibt es kaum konkrete Beispiele, wie Portfolioarbeit prinzipiell umgesetzt und möglichst effizient für das Musiklernen genutzt werden kann. Das Erkenntnisinteresse in diesem Dissertationsprojekt liegt nun darin, ein Portfolio-Konzept für den Musikunterricht zu entwickeln und zu erproben. Damit soll die Entwicklung der musikalischen Kompetenzen unterstützt und vertieft werden können. Im Projekt wird insbesondere der Annahme nachgegangen, inwieweit reflexive Lernprozesse für das Musiklernen, beispielsweise beim Singen, von Bedeutung sind. Das Explizieren impliziten (musikpraktischen) Wissens mittels Prozess- bzw. Reflexionsportfolios kann einen Beitrag zu vertieften Erkenntnissen im Bereich der Lehr- und Lernforschung im Musikunterricht sein.

Univ.-Ass. Mag. art. Elisabeth Eder, MA MMus BA BA BA
Memorizing Music – Das Memorieren in der Musik und Lernstrategien des Auswendiglernens (Arbeitstitel)

Die Dissertation behandelt das Thema „Memorieren in der Musik“ und befasst sich mit den Lernstrategien des Auswendiglernens. Nach Durchführung einer kleinen Vorstudie mit 111 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten, zeigte sich ein Wunsch nach mehr Wissen bzw. Informationen über Lernstrategien sowie ein höheres Sicherheitsgefühl beim auswendigen Vortrag auf der Bühne durch Verwendung von Lernstrategien. 77% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, haben geantwortet, dass sie intuitiv auswendig lernen. 65% hätten sich jedoch gewünscht, dass in ihrem Unterricht mehr über Lernstrategien gesprochen wird bzw. gesprochen worden wäre. Sogar von den 23% der befragten Instrumentalistinnen und Instrumentalisten, die geantwortet haben, dass sie Lernstrategien einsetzen, hätten sich 62% gewünscht, dass in ihrem Unterricht noch mehr über Lernstrategien gesprochen wird. 92% der Musikerinnen und Musiker, die Lernstrategien zum Auswendiglernen verwenden, haben das Gefühl durch den Einsatz der Strategien ihr Stück besser vortragen zu können. Eine weitere Frage meiner Studie befasste sich damit, was Instrumentalistinnen und Instrumentalisten in einer Vorspielsituation am meisten Angst bereitet. Gedächtnislücken und Aussteigen im Stück wurden mit Abstand als häufigste Ursachen genannt. Ein gezieltes Auswendiglernen mit Lernstrategien bietet die Möglichkeit, Erlerntes bestmöglich im Gedächtnis zu verankern und Angst vor Gedächtnislücken und Aussteigen im Stück zu reduzieren. Im ersten Teil meiner Studie, wird eine Online-Befragung durchgeführt, bei welcher Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aus verschiedenen Ländern und von verschiedenen Kontinenten beantworten sollen, welche Lernstrategien sie zum Auswendiglernen einsetzen. Es soll eine möglichst große Anzahl an Musikerinnen und Musikern erreicht werden. Möglicherweise lassen sich kultur- oder länderspezifische Unterschiede erkennen. Je nach Ergebnissen zeigt sich, welche weiteren Forschungsschritte sinnvoll sind. Vielleicht kristallisieren sich unerwartete oder besonders interessante Strategien heraus. Meine Umfrage sollte so angelegt sein, dass ich einzelne Personen nochmals kontaktieren und um ein Interview bitten kann. Damit können noch genauere und weitere Daten erhoben werden. Mittels Interviews könnte ich unter anderem noch zusätzliche Informationen über Präferenzen, Erfahrungen und die Vermittlung von Lernstrategien erhalten. Im Anschluss möchte ich die erhobenen Lernstrategien den entsprechenden Lernformen zuordnen. Weitere Kapitel der Dissertation befassen sich mit der Geschichte und Entwicklung des Memorierens, mit den Möglichkeiten, die Lehrende und Lernende unabhängig von Strategien besitzen, um den Prozess des Auswendiglernens zu unterstützen sowie mit gedächtnis- und lernpsychologischen Erklärungsmodellen. Für viele Musikerinnen und Musiker spielt das Auswendiglernen und Auswendigspielen eine wichtige Rolle. Fast jede(r) wird im Laufe seiner/ihrer Ausbildung mit dem Memorieren eines Werkes konfrontiert. Für zahlreiche Wettbewerbe, Prüfungen (z.B. an Universitäten), solistische Darbietungen und Ähnlichem gilt das Auswendigspiel als Pflicht. Eine Hoffnung ist, dass die Erkenntnisse, die aus der Dissertation resultieren, Musizierenden und Instrumentalschülerinnen und Instrumentalschülern ein schnelleres und sichereres Auswendiglernen ermöglichen.

Univ.-Ass. Samuel Hartung, MA
n.n. (Arbeitstitel)