Workshops am Samstag, 7.3.2020
Kleines Studio/1.009/2.048
Mirabellplatz 1

Mehr als „nur Singen“ – Musiklehre im Kinderchor (Friederike Stahmer): In einer motivierenden Kinderchorpraxis wollen wir mehr als „nur Singen“: in neue Klangwelten eintauchen, musikalisches Hören neu entdecken, die Stimme als individuelle Ausdrucksmöglichkeit entwickeln. Die freudvolle Arbeit an zielgruppengerechtem Repertoire verknüpfen wir zugleich mit übergeordneten Lernzielen und legen so den Grundstein einer umfassenden musikalischen Ausbildung der uns anvertrauten jungen Sänger*innen. Musizieren, Chorsingen und Stimmbildung gehen ingelungenen Kinderchorproben Hand in Hand mit den vielfältigen Aspekten musikalischen Lernens. Hören, rhythmisch-metrische Erfahrungen, Entwicklung tonaler und harmonischer Vorstellungen sowie ein grundlegendes musiktheoretisches Verständnis werden durch vielfältige methodische Ansätze für die Chorsänger*innen ganz unmittelbar erlebbar und führen zu einem verstehenden und erfüllenden Musizieren.

Modelle der Kinder- und Jugendstimmbildung – eine Wissensanalyse (Motje Wolf): Was wissen wir über Kinder- und Jugendstimmbildung? Wie können wir herausfinden, ob unser Wissen ausreichend ist? Wo und wie können wir mehr erfahren? Dies sind Fragen, die sich alle Musikpädagog*innen im Laufe ihrer Ausbildung fragen. Motje Wolf hat sich im Rahmen ihrer Forschung intensiv mit dem Wissen über Gesang, Gesangstechnik und pädagogische Methoden auseinander gesetzt. In diesem Workshop, werden wir mit Hilfe von Modellen (Wolf 2019) unser eigenes Wissen analysieren. Dabei werden wir eine wissenschaftlich begründete Stärken- und Schwächenanalyse machen und ausgewählte Wissensfelder genauer betrachten. Im letzten Teil des Workshops werden wir das Neugelernte auf hoffentlich unbekanntes, englisches Repertoire anwenden. Dabei soll viel gedacht, gesungen und gelacht werden – denn man kann immer dazu lernen. Daher richtet sich der Workshop gleichermaßen an Chorleiter*innen, Gesangspädagog*innen und Forscher*innen. Das Motto dieses Workshops: nobody is perfect.

Adapting Singing Repertoire for Boys with Changing Voices (Patrick Freer):
Viele Kinder- und Jugendchorleiter*innen bitten Buben im Stimmwechsel, Lieder in Sopranlage eine Oktave tiefer zu singen. In diesem Workshop werden anhand zahlreicher Beispiele Alternativen aufgezeigt, wie Kinder- und Jugendchorleiter*innen die Literatur arrangieren bzw. anpassen können, um sie an die mutierenden Stimmen jugendlicher Sänger anzupassen.
Hinweis: Der Workshop wird in englischer Sprache gehalten!

Von der Idee zum wirkungsvollen Arrangement in 10 Schritten (Max Stadler):
Ziel jeder Arrangeurin und jedes Arrangeurs ist es, ein in sich schlüssiges Gesamtwerk zu kreieren, unter Berücksichtigung aller musikalischen Parameter (Harmonik, Melodik, Rhythmik, Form, Instrumentation, …). In diesem Workshop werden 10 Schritte vom einfachen Leadsheet zum wirkungsvollen Arrangement erlernt und angewandt. Dies beginnt bereits bei der Auswahl des richtigen Stückes und geht über das Erstellen eines guten Leadsheets, der Bearbeitung der Melodie und diverser Möglichkeiten diese zu bearbeiten, “auszusetzen”, “zu begleiten”, oder sie zu “kontrapunktieren”, Reharmonisation, Rhythmisieren usw., bis hin zum fertigen wirkungsvollen Arrangement für die Schulklasse, den Schulchor, aber auch für private Ensembles und Chöre. Gearbeitet wird vor allem mit der Stimme, um einen natürlichen Zugang zum Arrangieren zu schaffen. Die im Workshop vor allem a cappella umgesetzten Arrangementtechniken können auf instrumentales Arbeiten übertragen werden. Teilnehmer*innen des Workshops können mit Hilfe eines speziell dafür angefertigten Handouts selbstständig weiterarbeiten.
Hinweis: Die Workshops können sowohl aufbauend als auch einzeln besucht werden. Der erste Teil (11.30h-13h) ist stärker praxisbezogen, der zweite Teil (14.00h-15.30h) stärker theoretisch ausgerichtet!

Die Stimme im Pop – Techniken und Spezifikationen (Eva Klampfer): In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit den Spezifikationen der Gesangstechnik in der Popularmusik. Wir werden uns hauptsächlich mit praktischen Themen auseinandersetzen und gemeinsam diverse Übungen für den Klang der Stimme im Pop- Bereich ausprobieren. Außerdem beleuchten wir Begriffe wie Phrasing, Curbing, Overdrive, etc. genauer und gehen auf die gesangstechnischen Unterschiede zwischen Klassik und Pop näher ein.

Singen – klingen – bewegen im Kinderchor (Amelie Erhard):
Klingen, singen und bewegen. Körper, Atem und Stimme als Ganzes und Einheit werden durch Geschichten über Laute, Gesten, Klänge und Bewegungen erzählt und interpretiert. Die Stimme als Organ und auch als Ausdrucksmittel wird dabei beleuchtet und gleichsam der Körper als Basis gestärkt. Die Herangehensweise ist praktisch, die Methoden auch für Schulchor, Theater-AG und außer-musikalische Fächer geeignet, da abwechslungsreiche Stimm-Spiele jeden Unterrichtsalltag auflockern können. Das Praktische Tun und gemeinsame Erzählen wird zum Mittel, das keinen Zweck erfüllen muss, sondern neue Erfahrungen schenkt.
Hinweis: der Workshop wird zwei Mal mit identischem Programm angeboten!

Rhythm is it ! Sing.Youth.Sound (Michael Grohotolsky): Im Rahmen des Workshops soll anhand ausgewählter Stücke die didaktische Vielfältigkeit im Zusammenhang mit einem Jugendchor gezeigt werden, etwa Einstudiermöglichkeiten. Weiters sollen durch das eigene Singen klangliche, stimmbildnerische und gestalterische Erfahrungen gesammelt und in der Arbeit mit der Gruppe umgesetzt werden. Ein weiterer Aspekt ist das Kennenlernen sowie die Vertiefung weiterer Literatur.